Sonntag, den 08. Januar 2012 um 15:08 Uhr

WeTab 3G 32GB

geschrieben von  Gee
Die WeTab GmbH brachte 2010 das Eigenprodukt WeTab auf den Markt. Das Betriebssystem, WeTab OS basiert dabei auf MeeGo und machte Hoffnung auf Tablet, das mit Apple konkurrieren könnte. Doch leider wurde dieser eigentlich interessante Kandidat schnell fallen gelassen, das Betriebssysteme und seine Erweiterungen nicht mehr aktualisiert und die kleine Fangemeinde bitter enttäuscht.

Dennoch bietet das Gerät einige interessante Features und eignet sich durch seine offene Struktur auch zur Installation von Android oder Windows 7. Daher nehmen wir das Gerät einmal genauer unter die Lupe.

Hardware

- ein 11,6" großes Display mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixeln mit Touchscreen-Funktion
- ein 1,66 GHz Intel Atom N450 Pineview-M Prozessor
- 1 GB Arbeitsspeicher (erweiterbar auf 2 GB)
- 16 oder 32 GB Speicher, der sich durch eine SDHC-Karte auf weitere 32 GB erweitern
- eine Webcam mit 1,3 Megapixeln
- Stereolautsprecher
- internes Mikrofon
- Akkulaufzeit bis zu 4 Stunden

Die Hardware des WeTab ist recht ordentlich. Der Prozessor verleiht dem Tablet eine gute Geschwindigkeit. Der Boot-Prozess dauert nur 20-30 Sekunden, Apps sind schnell gestartet und alle Reaktionen des Gerätes sind flüssig. Der Arbeitsspeicher des Gerätes kann von 1 auf 2 GB erweitert werden. Hierzu sind nur wenige Handgriffe notwendig, wie dieses YouTube-Video erklärt. Mit 32GB erhält man zur Tablet-Nutzung eine durchschnittlich ausreichende Speichermenge. Um Musik oder Videos zu speichern sollte dies für die meisten Nutzer ausreichen. Alternativ lässt sich das Gerät durch eine SDHC-Karte um bis zu 32GB erweitern. Die Webcam eignet sich in gut belichteten Räumen zur Videotelefonie und ist ausreichend. Die Stereolautsprecher geben einen guten Klang, besonders Musik hören ist mit dem WeTab angenehm laut und klanglich gut möglich. Das interne Mikrofon konnte bei Videotelefonie eine gute Sprachübertragung gewährleisten.

Abzug gibt es aber für das 11,6" Display, welches zwar mit einer hohen Auflösung von 1366 x 768 Pixeln punktet, jedoch nur bei senkrechtem Betrachten ein optimales Bild liefern kann. Praktisch für Bahnfahrer, die nicht möchten, dass der Sitznachbar eigene Mails mitlesen kann, unpraktisch aber für Couch potatoes, die abends beim fernsehen nebenbei surfen oder spielen möchten, denn hierzu ist eine anstrengende, senkrechte Haltung notwendig, die auf Dauer die Unterarme belastet.

Die Reaktion des Touchscreens ist ansonsten gut, Steuerprobleme sind eher auf die Programmierung einzelner Apps zurückzuführen, nicht aber auf die generelle Funktionalität des Displays.

Das Akku kann im Test nicht überzeugen. Der Hersteller wirbt zwar mit vier Stunden Laufzeit. Diese erreicht man aber nur, wenn man das Tablet in dieser Zeit nicht konstant nutzt. Bei ständiger Nutzung ist die Akkuleistung nach zwei Stunden erschöpft.

Peripherie

- 2 x USB
- Cardreader
- Audioausgang (Kopfhörer)
- SIM Card Slot (nur bei 32 GB Version)
- HDMI

Die Peripherie lässt keine Wünsche offen. Hier ist das WeTab sehr gut durchdacht. Lediglich die Position der Anschlüsse hätte sich auf der rechten Seite besser ergeben, da die meisten Nutzer das WeTab wohl mit der rechten Hand steuern und somit mit der linken Hand halten würden. Darüber sieht man aber gerne hinweg, da dieses Tablet so eine externe Maus und Tastatur, mobiles Internet via Internetprovider oder den Anschluss an ein TV-Gerät oder die HIFI-Anlage bzw. einen Kopfhörer ermöglicht.

Verbindungen

Bluetooth 2.1 + DER
WLAN (802.11 b/g/n)
3G (UMTS/HSDPA) (nur bei 32GB Version)

Alle drei Verbindungsmöglichkeiten funktionieren störungsfrei. Der WLAN-Empfang ist zeitgemäß, Bluetooth arbeitet einwandfrei. Die Einrichtung des mobilen Internets erfolgt mit einem einfachen Assistenten. Nach Auswahl von Land und Provider wird der mobile Internetzugang automatisch und problemlos eingerichtet. Hierbei stehen alle bekannten Provider zur Verfügung. Sollte der eigene Provider fehlen, kann dieser auch manuell eingerichtet werden.

Eine GPS-Funktionalität, die das WeTab eigentlich haben sollte, konnte ich nicht testen, da das nötige Kartenprogramm im WeTab Market nicht auffindbar ist. Eigentlich sollte es sogar vorinstalliert sein, was ich nicht bestätigen kann. Ein Einschalten der GPS-Hardware war ebenso nicht möglich.

Kompatibilität und Apps

- eigener, jedoch kleiner WeTab Market
- Java, Flash und Adobe AIR
- eBook Formate ePub, PDF, TXT, Mobipocket
- Android-VM

Das WeTab hat einen eigenen Market, der jedoch seit Beginn nur selten aktualisiert wurde. Standard-Apps sind bereits im Auslieferungszustand installiert. Die meisten Apps des kleinen WeTab Markets entpuppen sich als reine Internet-VerknĂĽpfungen. Da man sehr wohl selbst eine Internetseite besuchen kann, kann man auf diese Form der Werbung getrost verzichten. Die App Widget Creator hilft auĂźerdem dabei, eigene Shortcuts auf dem Desktop (Homescreen genannt) zu setzen.

Die wenigen Apps, die man auch als solche bezeichnen kann, helfen dabei Musik, Video und eBooks zu nutzen oder Spiele zu spielen. Meine Freundin freut sich nun darĂĽber MahJongg in verschiedenen Varianten auf einem groĂźen Display zu spielen und legt hierfĂĽr gerne Ihr Handy beiseite. Doch als tragbare Spielekonsole kommt man mit dem WeTab nicht auf seine Kosten und kann durch die oben beschriebenen Schwierigkeiten mit Flash auch nicht auf die groĂźe Auswahl im Internet ausweichen.

Hinter der App Android Starter verbirgt sich eine Android VM in der Version 2.1. Wirklich Spaß macht diese VM jedoch nicht. Viele Apps laufen nicht und die Bedienung hakt häufig. Aufgrund der Offenheit des Systems kann man aber durchaus Android oder ein anderes Betriebssystem (auch Windows 7) installieren.

Der mitgelieferte Mail-Client, aber auch die Alternative im Market, können überhaupt nicht überzeugen. Mails sind nur mühsam zu bearbeiten oder lesen. Das Beantworten würde aber allgemein mit der sonst gut reagierenden Bildschirmtastatur zu lange dauern.

Besser hingegen ist die Steuerung des vorinstallierten Browsers. Mittels linkem Daumen kann man wie auch das Homescreen mit dem rechten Daumen die Internetseite einfach per Scrollbewegung lesen. Auch der Ladeprozess kann durch die in Echtzeit erstellte Miniaturansicht abgelesen werden. Dennoch hat der Browser zwei entscheidende Nachteile: Zum Einen ist er deutlich langsamer als der installierbare Firefox oder Google Chrome Browser, zum Anderen – und das ist ein unverzeihliches Manko – kann man keine Passwörter speichern. Man kann in den Systemeinstellungen zwar Cookies löschen, doch diese werden gar nicht erst angelegt.

Sicherheit

Nun könnte man meinen dies wäre vielleicht aus Sicherheitsgründen so festgelegt, doch gerade hier schwächelt das WeTab auf ganzer Linie. Nachdem man zur Erstinbetriebnahme einen Registrierungsprozess durchlaufen muss, ist das WeTab anschließend offen für Jeden, der es in die Hände bekommt. Einfach einschalten und bequem durch Mails, Texte, Fotos, etc. stöbern. Auf eine Passwortabfrage bei Login wurde einfach verzichtet. Ein No-Go!

Weitere Features

- Multitasking inkl. Live-Infos auf Homescreen
- Ambient Light Sensor
- Beschleunigungssensor

Das WeTab ist Multitasking-fähig. Es lassen sich mehrere Fenster öffnen und problemlos zwischen diesen navigieren. Der Ambient Light Sensor sorgt für eine optimale Beleuchtung. Die Empfindlichkeit des Beschleunigungssensor konnte ich leider nicht testen, da hierzu kein Spiel oder eine verwendende App zur Verfügung steht.

Fazit

Das WeTab konnte 2010 Hoffnung auf eine interessante MeeGo-Version machen. Leider führten viele Verkettungen von Umständen dazu, dass das Gerät nicht weiterentwickelt wurde. Dennoch überzeugt es mit guter Bedienung als mobiles Gerät zum Surfen im Internet oder als Musik- und Videoplayer. Als Kommunikations-Tablet zum Lesen und Beantworten von Mails ist das Gerät aufgrund schlecht bedienbarer Apps weniger zu gebrauchen. Personen, die viele Apps und Spiele nutzen möchten, werden bitter enttäuscht. Auch die Android Virtualisierung kann hier nichts mehr retten. Weiterhin ist das Akku bei konstanter Nutzung innerhalb von zwei Stunden erschöpft. Das Gerät richtet sich daher zunächst eher an Gelegenheitsnutzer.

Betriebssystemwechsel

Diejenigen, die auch gerne mal ein Betriebssystem tauschen möchten, erhalten mit dem derzeit für ca. 350 € erhältlichen Auslaufmodell ein Gerät, dass dank Root shell und USB-Ports anhand vieler Anleitungen im Internet mit einem anderen Betriebssystem die brauchbare Hardware besser nutzen kann. Hierbei wurden erfolgreich Android und Windows 7 (auch im Multiboot) installiert. Empfohlen wird dann aber die problemlose Erweiterung des Arbeitsspeichers auf 2 GB. Höhere Erweiterungen waren leider erfolgslos.

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Video

Zuletzt geändert am: Sonntag, den 08. Januar 2012 um 15:51 Uhr