Vorneweg: Es geht mir hier nicht darum irgendjemanden anzugreifen. Vielmehr möchte ich fördern, dass sich Menschen kritisch mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und den Blick hinter die Kulissen nicht scheuen.
gee schrieb:
Facebook läuft bei mir im Pidgin mit normalem XMMP-Protokoll. Ebenfalls auch auf dem N900. Das ist nach außen hin nicht verschlossen und kann überall genutzt werden.
Das einzige, nicht "geschlossene" daran ist, wenn ich da noch richtig informiert bin, pidgin.
siehe:
Facebook (Technik)
gee schrieb:
WhatsApp kann ich nicht nutzen, würde es aber tun. Klar ist da Datensicherheit ne Frage, aber das ist überall der Fall.
Datensicherheit? Mal im Ernst, ich denke, dass Deine Daten beispielsweise bei facebook (mit seinen unzähligen Spiegelservern) wesentlich besser vor Löschung geschützt sind, als irgendwo anders. Deine Daten sind schließlich das Kapital von facebook und Co..
gee schrieb:
Warum sollten Mobilfunkunternehmen die Daten aus den SMS nicht auch noch auswerten?
Weil es deutsche Unternehmen sind, die sich an deutsche Gesetze halten müssen. SMS unterliegen auf dem gesamten Weg vom Sender zum Empfänger dem
Fermeldegeheimnis. Der Gesetzgeber hat für die Dienstanbieter enge Grenzen gesetzt.
gee schrieb:
Ich denke da sind alle gleich - ob WhatsApp, Facebook, Google oder die Mobilfunkbetreiber.
Nein. Diese (zwar allesamt profitorientierten) Unternehmen unterschieden sich grundlegend im Geschäftsmodell:
Mein Mobilfunkbetreiber erbringt für mich eine Leistung, für die ich ihn bezahle - das macht mich zu seinem Kunden.
Die Leistungen von facebook (und anderen) werden nicht von ihren einfachen Nutzern, sondern von Drittfirmen bzw. Werbetreibenden bezahlt - das macht die Nutzer zu facebooks Ware.
Ich sehe darin sowas ähnliches wie Prostitution - nur dass hier der Lude den ganzen Kuchen einstreicht.
Ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass mich mein Mobilfunkanbieter auch Teilnehmer anderer Mobilfunkanbieter kontaktieren lässt.
gee schrieb:
Schlussendlich kann ich den Aufruf zu der App verstehen, besonders dann wenn Nutzer keine SMS-Flat bezahlen wollen, wenn diese eh schon eine Internetflat bezahlen. Einen Aufruf zu einer der aktuell beliebtesten App bei Nutzern, denen Datenschutz nicht ganz so wichtig ist, kann ich daher nachvollziehen und jeder kann es für sich entscheiden.
Ich verstehe den Aufruf dazu nicht. Es wird keine neue Funktionalität geboten, die es nicht vorher (durch die Internetflatrate) auch schon gegeben hätte. Ich stelle jedoch gerade fest, dass deren Marketingabteilung mit der "WhatsApp ist konstenlose SMS"-Kampagne genau den Nerv der Nutzer getroffen hat. Es ist jedoch lediglich ein weiter stinknormaler Messenger - sonst nichts.
gee schrieb:
Die Nutzungsbedingungen sind hart. Logisch, dass alles gespeichert wird, da es dem Gegenüber kommuniziert werden kann. Das Recht aber einzufordern private Nachrichten veröffentlichen zu dürfen ist eine Frechheit.
Viel härter ist, dass dieser Dienst trotzdem genutzt wird. Wobei ich mir noch nicht abschließend die Frage beantwortet habe, wer eigentlich schlimmer dran ist: Der, der die Nutzungsbedingungen nicht liest, oder der, der sie gelesen und akzeptiert hat.
gee schrieb:
Aber alles, restlos alles, was man durch seine Telefonleitung ins WWW schickt, wird ausgewertet: Entweder durch Nutzerzahlen, Standortbestimmungen oder Suchbegriffen.
Eher alles, was der einzelne Teilnehmer nicht schützt.
gee schrieb:
Bleibt nur noch die Frage, wem man die Daten lieber gibt...
...oder besser ob/warum man sie herausgibt.